Just eight weeks left

Wenn ich so richtig ehrlich bin habe ich immer noch nicht ganz realisiert, dass ich wirklich in Irland bin und mir im Moment gerade versuche ein neues Leben aufzubauen. Es sind zwar schon vier Wochen vorbei und nur noch acht Wochen übrig, aber ich werde alles geben, um diese acht Wochen zu den Besten meines bisherigen Lebens zu machen.

 

Im Moment ist die Tendenz, acht fantastische Wochen hier zu verbringen, steigend. In der Schule könnte es nicht besser laufen. Ich habe fantastische Freunde gefunden, der Schulstoff ist nicht allzu schwer und die Lehrer sind zwar strikt aber richtig sorgsam. Das beste Beispiel dazu habe ich am Freitag erlebt: Ich hatte die Chance eine Mathe Prüfung, welche meine Klasse in der Schweiz am selben Tag schrieb, in Irland zu schreiben. Ich ging dann am Morgen zur Direktorin und sie wies mir ein Zimmer zu wo ich meine 90-minütige Prüfung schreiben konnte. Als die Zeit um war ging ich zu meiner Physikklasse. Dort angekommen musste ich der Lehrerin erstmal erklären weshalb ich zu spät bin und die hat mir dann in strengem Ton erklärt, dass ich nicht einfach so vom Unterricht fernbleiben kann, sondern erst um Erlaubnis fragen muss. Etwas geschockt ging ich an meinen Platz und versuchte mich für die letzten zwanzig Minuten etwas auf Physik zu konzentrieren. Als die Stunde fertig war und ich das Zimmer verliess, fragte mich die Lehrerin mit einem Lächeln auf den Lippen und in freundlichem Ton, wie die Prüfung gelaufen ist.

 

Auch die Familie ist einfach klasse. Ich verhalte mich zwar immer noch etwas schüchtern, aber eigentlich gibt es gar keinen Grund dazu. Die sind alle sooooo super nett und geben sich wirklich Mühe mich in die Familie einzubringen. Doch irgendwie kann ich einfach nicht richtig locker werden. Ein Beispiel: Ich war in meinem Zimmer und war am Hausaufgaben machen. Ich entschied dann, nach unten in die Küche zu gehen und nicht einfach in meinem Zimmer zu sitzen. Dort angekommen, sah ich meinen Gastvater und seinen Bruder am Esstisch sitzen und sich unterhalten. Ich brachte gerade so knapp ein leises 'Hello' hervor, nahm mir ein Glas und füllte es mit Wasser. Mein Gastvater erklärte mir dann, dass das sein Bruder sei und erklärte diesem, dass ich ihre neue Schülerin aus der Schweiz sei. In diesem Moment wusste ich wirklich nicht was ich machen soll. Sollte ich dem Bruder einfach 'nice to meet you' sagen und mich dazu setzen?? Unsicher wie immer in solchen Situationen, entschied ich mich dann, mein Glas auszutrinken und mich wieder in mein Zimmer zu verdrücken, bis er gegangen ist.

 

Doch wenn ich dann mit meiner Gastmutter vor dem Fernseher sitze und wir uns in den Werbepausen unterhalten und uns super verstehen, fühle ich mich richtig integriert und zu Hause. Und genau diese Momente bestätigen mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und ins Ausland ging.

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