is this the end??

Erstmals möchte ich mich entschuldigen, dass ich erst jetzt, mit drei Wochen Verspätung schreibe. Es war halt super viel los und ich hatte gar keine Zeit etwas zu schreiben. Aber mal von Anfang an:

 

*Letzte Woche in Irland:

Die letzte Woche verging wie im Fluge. Montag bis Mittwoch waren eigentlich ganz normale Tage, mit dem kleinen Unterschied, dass ich tief in mir drin wusste, dass jeder Tag der letzte dieser Art sein wird. Am Donnerstag verabredete ich mich mit zwei Kolleginnen um nach der Schule in die Stadt zu gehen. Zuerst gingen wir ins Einkaufszentrum, wo ich noch zwei Dankeskarten (eine für die Schule und eine für die Gastfamilie) bekam. Meine zwei Kolleginnen brauchten extrem lange, um all ihre Dinge zu erledigen, und ehrlich gesagt, war ich schon etwas genervt. Anschliessend gingen wir dann in Richtung Stadtmitte und als wir da schön brav auf dem Gehsteig liefen, ahnte ich noch nicht, was mich hinter dem nächsten Hausecken erwarten wird. Ich drehte mich nach rechts, um dem Gehsteig zu folgen und sah dann durch ein Fenster all meine Freunde in einem Restaurant sitzen. Erst wusste ich gar nicht was los war, aber als wir das Restaurant dann betraten und alle "surprise" schrien, wusste ich, dass es eine Abschiedsparty für mich war. Es ist schwer zu beschreiben, was ich in diesem Moment gefühlt habe, aber ich weiss, dass ich den ganzen Abend richtig sprachlos war und es nie richtig realisieren konnte, dass die das alles nur für MICH gemacht hatten. Es war richtig toll. Wir assen Pizza, schossen eine Unmenge an Fotos und als Höhepunkt des Abends überreichten sie mir auch noch ein Abschiedsgeschenk, welches aus zwei Fotos und einem Tipp-Jersey (ein Hurling Trikot der Mannschaft unseres County's), welches von allen signiert wurde, bestand. Ich war so überrascht und einfach nur erstaunt, dass ich ihnen soooo viel bedeute. Ich wusste ja, dass sie mich mögen, aber ich hätte nie gedacht, dass sie mich so gerne haben.

Freitags war dann also mein letzter Schultag. Irgendwie ging es drunter und drüber. Viele waren nicht da, weil sie einen Chor-Workshop hatten, und deshalb waren die Klassen grösstenteils recht klein. In Mathe wollte die Lehrerin einige Fakten über das schweizer Schulsystem wissen und auch, was wir in Mathe so lernen (sie war irgendwie etwas geschockt, als sie hörte, was wir bereits lernen :P ). Englisch war ein riesen Chaos. Wir schossen einige wenige Fotos und alle schrieben etwas an die Wandtafel für mich, wünschten mir eine gute Heimreise und beteuerten mir, dass sei mich vermissen werden. Die Geschichtslehrerin hat zuerst gar nicht gemerkt, dass ich nach hause gehe und hat dann, zur Freude meiner Mitschüler, die Prüfung sausen gelassen, um mich noch das letzte Mal mit Fragen zu löchern. In Biologie hatten wir erst normal Unterricht. Doch am Schluss bekam ich von allen eine Büchse mit irischer Schokolade und einer Karte, wo alle etwas nettes reingeschrieben haben. Ich war super überrascht und hatte nicht damit gerechnet, etwas zu bekommen. In der letzten Stunde hatte ich dann noch Physik. Am Ende der Klasse wollte die Lehrerin noch mit mir sprechen, und meinte, dass sie extrem enttäuscht war, als sie erfuhr, dass ich schon heim gehe. Sie sagte, dass sie froh wäre, wenn die ganze Klasse voll von mir wäre, da sie sich so keine Sorgen machen müsste. Ich weiss zwar nicht so genau warum, aber ich habe es mal als Kompliment angesehen. Nachdem ich meinen Spindschlüssel abgegeben, mir bei der Direktorin das Zeugnis abgeholt und mich bei ihr verabschiedet hatte, hiess es dann "Tschüss Loreto".

Am Abend war dann noch eine Geburtstagsparty von einer meiner Freundinnen. Es war ein super letzter Abend, aber auch ein sehr trauriger. Ich fing so langsam an zu realisieren, dass das das letzte Mal ist, wo ich all meine Freunde nochmals sehe. Je später es wurde, desto trauriger wurde ich. Wir schauten einen Film, doch ich konnte mich gar nicht darauf konzentrieren. Ich musste die ganze Zeit daran denken, wie scheisse das alles ist. Am Ende der Party hiess es dann halt Abschied nehmen. Es floss eine Unmenge an Tränen (nicht nur auf meiner Seite) und ich bekam von allen das Angebot, bei ihnen zu übernachten, wenn ich dann wieder einmal vorbeikomme. Es machte mich ganz traurig und als ich dann zu Hause in meinem Bett lag, konnte ich mich nicht von den Gedanken abwenden und schlief deshalb fast nichts.

 

*Mein letzter Tag auf der grünen Insel:

Nun war er also da. Der letzte Tag. Nach der doch recht kurzen Nacht, ging ich erstmals so richtig frühstücken. Ich liess es mir nochmals gutgehen und genoss den irischen Toast mit Butter. Danach musste ich noch schnell meine drei Pakete, an je zwei Kilogramm, fertigstellen und zur Post bringen (mein Koffer war viel zu schwer und ich konnte keinen zweiten dazu buchen). Ich ging dann also mit meinem Gastvater und meiner Gastmutter schnell in die Stadt, um dies zu erledigen, und bei dieser Gelegenheit, kaufte sie mir auch noch ein kleines Abschiedsgeschenk. Sie wollte mir eigentlich etwas anderes kaufen, doch da wir nur noch etwas fünf Minuten Zeit hatten, entschieden wir uns dann dazu, nur etwas kleines zu kaufen. Sie war zwar ein Bisschen enttäuscht, aber ansonsten, wäre ich noch zu spät zum Flughafen gekommen. Bevor ich dann aber entgültig Aufwiedersehen sagte, überreichte ich ihnen noch mein Abschiedsgeschenk, welches aus etwas Schweizerschokolade und einem überlangen Abschiedsbrief bestand. Es war ehrlich gesagt etwas komisch sich zu verabschieden. Bei den Gastgeschwistern, mit welchen ich nie viel gemacht habe, war es ein einfaches bye mit einer Umarmung. Bei der Gastmutter war es dann doch eine riesen Umarmung mit tausend Glückwünschen, Dankeschöns und solchem Kram. Ich musste zwar nicht Weinen, war aber extrem nahe dran.

Die Autofahrt zum Flughafen war etwas komisch. Mein Gastvater und ich haben zwar recht viel gequatscht, aber ich habe halt auch einfach mal zum Fenster rausgeschaut, noch einmal die Landschaft genossen und je näher wir dem Flughafen kamen, umso aufgeregter wurde ich. Als es bei der Passkontrolle dann hiess, auch noch Abschied von meinem Gastvater zu nehmen, war das dann doch ein recht komisches Gefühl. Wir beide wussten nicht so recht, ob wir uns jetzt Umarmen oder einfach die Hand schütteln sollen. Schlussendlich entschieden wir uns dann fürs Händeschütteln und als ich ihm dann zum letzten Mal zugewinkt habe, habe ich eigentlich gar nicht so viel gespürt.

Als ich dann aber im Flieger sass und dieser langsam aber sicher abhebte wurde mir so richtig klar, was das alles heisst. Ich würde mal sagen, dass ich mindestens 35 Minuten lang nur geweint habe, und mich gefragt habe, ob ich das wieder einmal sehen werde und ich war irgendwie am Boden zerstört, da ich dort so gut zurecht gekommen bin und mir einen fantastischen Freundeskreis aufgebaut habe. Es war richtig hart.

Doch sobald ich dann in London umstieg, war die ganze Trauer wie verflogen und auf dem zweiten Flug stieg dann die Vorfreude, meine Familie und Freunde wieder zu sehen. Als ich dann am Flughafen durch diese Tür kam, war es schon etwas komisch, meine Eltern vor mir stehen zu haben und sie zu umarmen. Ich wusste irgendwie nicht so ganz, wie ich mit ihnen umgehen soll und was ich überhaupt fühlen sollte. Als wir zu Hause ankamen, war es eigentlich super komisch. Es war alles so vertraut aber trozdem fremd. Ich kannte ja alles schon, aber es war auch alles wieder etwas neu. So war ich, als ich das erste Mal wieder zur Toilette ging, doch recht erschrocken, und dachte zuerst, dass die Spülung kaputt sei, da die in Irland schnell und laut gespült hat, die hier aber eher leise und langsam. Mit der Zeit habe ich mich dann aber wieder an all diese Kleinigkeiten gewöhnt und alles klappte super.

 

*Die ersten drei Wochen zurück:

Ich bin ja seit drei Wochen wieder zurück, aber ich muss sagen, dass es sich anfühlt, als wäre ich schon seit Monaten wieder hier.

In der Schule wurde ich wieder gut aufgenommen und wenn ich ehrlich bin, ist es noch fast besser als zuvor. Ich glaube, dass mich dieser Austausch viel selbstbewusster gemacht hat, und ich habe auch festgestellt, dass ich viel lockerer bin, in Bezug auf was die Leute über mich denken. Ich ziehe jetzt einfach mein Ding durch und denke nicht mehr so oft daran, wie es wohl ankommt. Ansonsten wüsste ich gerade nicht, was ich noch so über die Schule schreiben könnte. Es ist halt wie immer: streng und stressig. So wie Schule halt ist. :D

 

*Deutsche Sprache --> schwere Sprache:

Ich möchte nur noch kurz etwas zu meinen Deutschkenntnissen sagen. Am Anfang musste ich schon öfters nach Wörtern suche. Wo ich früher einfach geredet habe, muss ich im Moment einfach auf einen einfacheren Wortschatz zurückgreifen und kann nicht so gross variieren (es wird aber von Tag zu Tag besser). Auch jetzt, nach drei Wochen, kommt es immer noch manchmal vor, dass mir einfach irgendwelche englischen Sachen in den Sinn kommen, oder wenn ich im Supermarkt jemanden etwas fragen möchte, kommt mir einfach die englische Frage in den Sinn und ich muss aufpassen, dass ich dann auch ja auf Deutsch frage. Doch im Grossen und Ganzen kann ich sagen, dass man die Deutsche Sprache (leider) nicht verlernt und diese auch sehr schnell wieder annimmt.

 

Ich möchte mich bei euch allen dafür bedankan, dass ihr meinen Blog regelmässig oder unregelmässig gelesen habt und ich hoffe, dass ich auch einigen einen Einblick in das Leben in Irland bieten konnte. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mich gerne über den Kontaktbereich oder das Gästebuch kontaktieren und euer Anliegen loswerden. Ich werde so schnell wie möglich antworten.

Im Moment würde ich sagen, dass das mein vorerst letzter Beitrag war. Ich habe aber vor, im Frühling noch einen über mein Nachbereitungsseminar zu verfassen und vielleicht gibt es ja auch sonst plötzlich einen Anlass um etwas zu schreiben.

Tschüss und machts gut <3

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